Ist Körperarbeit gefährlich?

Bei einigen Arten der Körperarbeit besteht die - wenn auch geringe - Gefahr der Retraumatisierung.

Dies geschieht dann, wenn so starke Gefühlszustände ausgelöst werden, die das Nervensystem nicht mehr halten kann. Es kommt zu einer Überflutung - und anstatt die Ladung aus dem Körper zu bringen kommt neue Trauamenergie hinzu. Jeder seriös arbeitende Therapeut muss sich die Frage stellen, ob seine Methode die Gefahr einer Retraumatisierung birgt und ob er sicher damit umgehen kann, wenn Klienten in heftige Zustände kommen.

In meiner Arbeit gehe ich sehr achtsam mit den Grenzen und Begrenzungen des Klienten um. Ich gehe davon aus, dass der Körper genau weiss, wie viel an altem "Material" und Gefühlen hochkommen darf, so dass es integriert werden kann und eben nicht zu einer Überflutung des Nervensystems kommt. Dem Gefühl von Sicherheit - in der Einzelarbeit und auch in der Gruppe - kommt hier eine zentrale Bedeutung zu: Je sicherer ich mich gehalten fühle, umso mehr kann ich mich öffnen und zeigen. Ich kann meine alten Gefühle in dem Rahmen ganz bewusst erleben, diesmal in einem Kontext von Beziehung und Begleitung - genau das, was früher eben nicht möglich war und zur Abspaltung führte.

Ist ein Klient nicht in einer stabilen psychischen Verfassung kann es nötig sein, zuerst intensiv mit den Ressourcen zu arbeiten und diese zu stärken, bevor überhaupt an Traumaarbeit zu denken ist.

Die Methode der prä- und perinatalen Körper- und Gefühlsarbeit ist demnach sehr sanft und genau an den Klienten angepasst, da dessen Körper das Tempo und die Richtung vorgibt.

Heilung kann nur dann stattfinden, wenn das Nervensystem sich absolut sicher fühlt, aus der Stabilität und aus der Ressource heraus. Deswegen halte ich nichts von Methoden, welche die Schutzmechanismen des Körpers aufbrechen oder bewusst umgehen.

Ich begleite den Körperprozess mit meiner vollen Aufmerksamkeit, im steten Austausch und im sichernden Kontakt, ohne zu stossen oder über Grenzen hinwegzugehen. In dieser sicheren Verbindung werden die Selbstheilungskräfte aktiviert und das Nervenssystem heilt sich selber.

Ich als Therapeutin stelle den sicheren Rahmen zur Verfügung und bin die Sicherungsleine an welcher der Klient sich halten kann - auch dann, wenn ein heftiger Prozess ins Rollen kommt.